Mein bester Job: Tauchlehrer in Cairns

Mein bester Job: Tauchlehrer in Cairns

Mein bester Job: Tauchlehrer in Cairns

Tauchlehrer am Great Barrer Reef, wie geil ist das denn bitte? Jeden Tag mit hübschen Mädels am größten Korallenriff der Welt tauchen gehen. Klingt echt geil – ist aber leider völlig falsch. Als Tauchlehrer hat man deutlich mehr zu tun, als nur mit hübschen Mädels im Wasser zu planschen.

Ich hatte viel Verantwortung und viele verschiedene Aufgaben, die meistens leider auch extrem viel Papierkram beinhalteten. Jeder Tag lief auch im Prinzip gleich ab.

Die erste Aufgabe des Tages war es, die Crew einzuchecken. Jeden Morgen musste einer der TLs an Bord, die Crewliste durchgehen und prüfen, ob alle, die für den Tag zum Arbeiten gemeldet waren, auch wirklich erschienen sind. Meistens war ich derjenige.

Anschließend daran galt es, den Kompressor, das Erste-Hilfe-Set und die Notfallausrüstung auf Vollständigkeit und Funktion zu prüfen.

Danach wurde das einchecken der Passagiere vorbereitet. Dazu wurden 2 verschiedene Listen mit je bis zu 120 Personen, durchgearbeitet und zusammen geführt. Die Firma hatte leider Ihre IT nicht so wirklich im Griff. Wir mussten deshalb bestimmte Informationen aus der einen Liste von Hand in die andere übertagen. Hauptsächlich ging es hier um Dinge wie z.B.:

Sind Vegetarier an Bord, welche Passagiere haben einen Transfer auf das Liveaboard gebucht, wer muss noch bezahlen, wer hat welches Paket gebucht…

Nachdem das erledigt war, hieß es die Dive Master einzuweisen und auf die Passagiere zu warten.

Jeder Passagier musste einen medizinischen Fragebogen ausfüllen. Diesen galt es anschließend auszuwerten und zu prüfen, um festzustellen, wer tauchtauglich war und wer nicht. Menschen die z.B. Asthma, ein Herzleiden oder auch nur eine Erkältung haben, dürfen nämlich nicht tauchen.

Während der Fahrt zum ersten Tauchplatz bekamen die Passagiere dann eine kurze Einweisung ins Boot, die Crew, den Ablauf des Tages und natürlich ganz wichtig: Das Dive Briefing.

Am Tauchplatz angekommen, bereiteten wir dann das Schnuppertauchen vor und führten es anschließend durch. Als Tauchlehrer war ich ab diesen Zeitpunkt quasi nur noch am tauchen. Ich schnappte mir eine Gruppe von maximal 4 Leuten, machte ein paar kleine Übungen unter Wasser und erkundet danach für maximal 20 Minuten das Riff.

Nachdem ich mit einer Gruppe fertig war, hatten die Dive Master (meistens) schon die nächste Gruppe aufgerödelt und am Start. Das klingt zwar entspannt, aber es ist Stress pur – speziell wenn man mit 4 Nichtschwimmern ins Wasser muss, die leider auch noch das Briefing nicht verstanden haben.

Am zweiten Tauchplatz des Tages war es dann schon etwas entspannter und spaßiger. Der zweite Tauchgang kostete nämlich extra. Meistens buchten deshalb nur wenige Leute diesen Tauchgang und ich konnte bis zu 40 Minuten am Stück tauchen gehen.

Den Rest des Tages musste ich nur noch die Tageseinnahmen zählen, abrechnen und das Boot putzen. Manchmal gönnte ich mir abends dann noch ein Feierabendbierchen, unter Tauchern auch Dekobier genannt, mit den Kollegen. Meistens fiel ich aber nur noch totmüde ins Bett.

© by Felix Dziekan

© by Felix Dziekan

Wie bin ich an den Job gekommen?

Hier kommt leider erst die schlechte Nachricht. Du kannst nicht einfach auf ein Boot gehen und nach einer Stelle als Tauchlehrer fragen. Um Tauchlehrer zu werden musst du diverse Kurse absolvieren, Prüfungen bestehen, eigene Tauchausrüstung besitzen und eine Menge Kohle auf den Tisch legen.

Die Ausbildung kostet zwischen 3000 und 6000 Euro. Wenn du allerdings schon einen Tauchlehrerschein in der Tasche hast, heißt es klinken putzen. Ich habe meinen CV ausgedruckt und jede Tauchschule in Cairns abgeklappert. Teilweise sogar mehrfach. Wenn der Chef gerade nicht zugegen war, habe ich meinen CV abgegeben und bin später wieder gekommen um persönlich mit dem Chef zu sprechen. So bekam ich bei 2 verschiedenen Tauchschulen in Cairns jeweils einen Probearbeitstag und wurde nach diesem auch direkt übernommen.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Auch ohne Tauchlehrer zu sein kannst du einen Job auf einem Boot ergattern. Speziell in der Hochsaison werden immer Leute gesucht. Auf Booten werden oft auch Dive Master (dafür brauchst du ebenfalls einen Schein), Purser und Köche gesucht.

Viele Tauchschulen bieten auch eine Ausbildung gegen Mitarbeit an. Du bist im Prinzip jeden Tag auf einem der Boote und wirst gratis bis zum Dive Master ausgebildet. Der Nachteil daran ist aber die Bezahlung. Bei uns wurden pro Tag nur 30 AUD Taschengeld gezahlt. Die Ausbildung geht zwischen 4 und 6 Monaten.

Was war denn überhaupt gut an dem Job?

Nun ja, die Bezahlung war nicht schlecht. 190 AUD brutto am Tag und dazu jeden Tag noch Mittagessen. Die Tauchgänge an den zweiten Divespots waren auch meistens sehr schön und entspannt. Dies lag daran, dass eigentlich nur Leute, die sich beim ersten Tauchgang gut angestellt hatten, nochmal tauchen wollten.

Alles in allem ist es aber trotzdem ein Knochenjob, den ich nicht nochmal machen würde.

 

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