Fjordnorwegen – Aktivurlaub im Südwesten Norwegens

Hallo zusammen,

mein Name ist Jannik und gemeinsam mit meinem Kumpel Thomas betreibe ich den Wander- und Outdoorblog Trekkinglife. Wir waren dieses Jahr unter anderem in Norwegen unterwegs und davon möchte ich euch hier auf urlaub-strand-meer.de gerne genauer berichten.

In Norwegen gibt es natürlich gerade hinsichtlich der Natur und Landschaft jede Menge zu sehen. Daher macht es auf jeden Fall Sinn sich ein paar Highlights rauszusuchen, die bestenfalls in der gleichen Region liegen. So könnt ihr euch lange Fahrten sparen, wobei wir euch persönlich selbst diese nur empfehlen können – in Norwegen zumindest. Die Straßen sind frei und auch vom Auto kann man die wunderschöne Landschaft sehr gut beobachten. Wir haben uns in diesem Jahr für Fjordnorwegen – dem südwestlichen Teil Norwegens – entschieden. Da hier der Fokus auf einzelne Ausflugsziele liegen soll, werde ich euch unsere einzelnen Wanderungen, die wir in Fjordnorwegen gemacht haben, nacheinander vorstellen.

Fjordnorwegen

Fjordnorwegen

Der Kjerag

Fangen wir mit der ersten Destination unserer insgesamt sechstägigen Reise an – dem Kjerag bzw. Kjeragbolten. Schon mal irgendwo gehört? Ein Felsplateau, das in ungefähr 1000 Meter Höhe liegt und in dem ein ca. 5 m³ großer Stein (Kjeragbolten) in einer Felsspalte eingeklemmt ist und über dem Lysefjord schwebt. Habt ihr bestimmt schon einmal gesehen. Bei gutem Wetter und klarer Sicht der ideale Platz für ein spektakuläres Foto. Da wir aber gegen Ende Mai dort hinaufgestiegen sind und noch alles eingeschneit und vereist war, kam das Foto für uns leider nicht in Frage.

Die Autofahrt zum Parklatz am Fuße des Kjerags verläuft über eine schmale Straße, die nur im Sommer geöffnet ist. Je nach Wetterlage hat diese von Ende Mai bis Mitte September geöffnet. Informiert euch also vorher auf jeden Fall, bevor ihr vor einer geschlossenen Straße steht.

Seid ihr dann am Parkplatz angekommen (kostenpflichtig), dauert die Wanderung dort hoch ungefähr 2 bis 3 Stunden, je nachdem wie viel Zeit ihr euch lasst und sollte keineswegs unterschätzt werden. Gerade bei schwierigen Bedingungen wie Regen und Nebel ist man froh, dass an den schwierigen Passagen stets Eisenketten angebracht sind, die zusätzlich Halt geben. Ihr solltet auch unbedingt festes Schuhwerk anziehen und eine vernünftige Ausrüstung dabei haben! Eigentlich selbstverständlich aber wir haben genug Leute gesehen, die mit Turnschuhen unterwegs waren. Für geübte Wanderer stellt der Aufstieg aber kein größeres Problem dar. Die Wegmarkierungen könnten unserer Meinung nach etwas stärker vertreten sein, um auch garantiert den richtigen Weg einzuschlagen. Gerade das Endstück bis zu dem ominösen Stein selbst war ein bisschen tricky, aber immerhin waren wir die Ersten, die ihn gefunden haben, hatten nur leider kein Glück mit dem Wetter.

Der Kjerag

Der Kjerag

Der Preikestolen

Noch am selben Tag ging es für uns dann vom Parkplatz des Kjerags den Lyseveien hinunter bis nach Lysebotn. Von dort aus fährt eine Fähre bis zum anderen Ende des Fjords nach Forsand, die ihr euch auf jeden Fall vorher buchen solltet, da ihr sonst den ganzen Fjord umfahren und ein paar Stunden mehr einplanen müsstet. Außerdem ist die Überfahrt auf dem Lysefjord traumhaft schön und bietet eine ganz andere Perspektive auf den Kjerag und später auch den Preikestolen.

Von Forsand dauert es ungefähr nur 20 Minuten bis zum Parkplatz am Fuße des Preikestolen (kostenpflichtig), den ihr sicherlich schon mal gesehen habt. Eine Felskanzel, die ungefähr 25 mal 25 Meter groß ist und an der vordersten Kante 604 Meter senkrecht in den Lysefjord abfällt. Diesmal hatten wir Glück mit dem Wetter und so konnten wir tolle Bilder machen. Noch besser als das Wetter war nur die Tatsache, dass wir ganz alleine auf der Felskanzel waren, da wir erst gegen 18 Uhr hinaufgestiegen sind. Das ist eine absolute Seltenheit, da dieses Naturphänomen sonst doch sehr beliebt und überfüllt ist. Unser Tipp: Geht entweder früh morgens oder spät abends hoch, da ihr so relativ alleine seid.

Die Wanderung selbst ist nicht sonderlich anstrengend und dauert ungefähr 1,5 bis 2 Stunden, was vermutlich auch den Grund für die vielen Besucher darstellt. Da wir erst so spät hinaufgestiegen sind, haben wir von vornherein geplant dort oben unser Zelt aufzuschlagen und eine Nacht dort zu verbringen. Durch das Jedermannsrecht in Norwegen absolut legal und gar kein Problem. Nehmt euch auf jeden Fall die Zeit, um dort oben eine Nacht zu verbringen!

Am nächsten Morgen haben wir relativ früh unser Zeug zusammengepackt und sind nach einer Tasse Kaffee wieder – unter den skeptischen Blicken der hinaufsteigenden Touristen – mit unseren großen Rucksäcken abgestiegen. Damit hatten wir die zwei großen Ausrufezeichen in Fjordnorwegen bereits abgeschlossen.

Der Preikestolen

Der Preikestolen

Der Dalsnuten

Kjerag und Preikestolen standen von vornherein auf unserer Wunschliste und waren somit abgeschlossen. Wohin also jetzt? Zum Glück hatten wir uns auf der Fähre von Dänemark nach Norwegen einen Flyer über Wanderungen in der Region mitgenommen. Und so verplanten wir die letzten drei Tage, die uns noch blieben, relativ spontan im Auto am Parkplatz des Preikestolen.

Die erste Wanderung, die wir uns raussuchten, ging hinauf zum Dalsnuten (324 m). Nichts Spektakuläres, sondern eher eine einfache Tagestour, um die müden Beine vom Vortag zu erholen. Auch hier solltet ihr 2 bis 3 Stunden für den Aufstieg einplanen. Der Dalsnuten liegt in unmittelbarer Nähe von Sandnes und bei gutem Wetter hat man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegende Region und die Stadt Stavanger. Leider hatten wir erneut Pech mit dem Wetter und so wurde aus einem wunderschönen Ausblick eine Wanderung im Nebel, die eher an einen Marsch durch ein Schlachtfeld erinnerte. Dementsprechend kurz fiel unsere Pause am Gipfelkreuz aus. Ein kurzer Schluck aus dem Flachmann und schon ging es wieder runter. Bei gutem Wetter muss der Ausblick jedoch grandios sein (haben wir zumindest auf dem Infoschild gesehen) und daher ist auch die Wanderung auf den Dalsnuten zu empfehlen.

Falls ihr mit einem Zelt unterwegs seid, lohnt es sich auch hier eine Nacht zu lagern. Diesmal nicht oben auf dem Gipfel, sondern unten am Startpunkt der Wanderung. Ein kleiner, aber sehr schöner Zeltplatz direkt am Wasser gelegen und mit einem Plumpsklo ausgestattet, lädt euch hier zum Übernachten ein. Es gibt Feuerschalen und Sitzmöglichkeiten und wer Lust hat und talentiert genug ist, kann sogar die Angel auspacken und sein Glück probieren. Unser Fazit: Der Lagerplatz war das Highlight der Wanderung.

Der Bynuten

Am nächsten Morgen ging es nach einem wirklich sehr kurzen Bad im eiskalten Fjord ein paar Kilometer weiter Richtung Bynuten, dem mit 671 m höchsten Punkt in Sandnes. Und nicht nur die Höhenmeter stiegen, sondern auch die Temperatur und damit gleichzeitig unsere Laune. Hingen am Anfang unserer Wanderung doch noch ein paar Wolken vor der Sonne, waren sie nach ungefähr 30 Minuten alle verschwunden und wir liefen den Rest der Strecke oberkörperfrei, um noch was für die gesunde Bräune zu tun. Nach ungefähr 4 bis 5 Stunden erreicht man den Gipfel und hat dort oben einen traumhaft schönen 360-Grad-Blick auf die umliegende Region.

Da das Wetter nicht besser hätte sein können, machten wir oben eine ausgiebige Pause mit Brotzeit und genossen die Sonne noch ein wenig. Außerdem ist die Wanderung zum Bynuten als Rundweg angeordnet. So muss man nicht – wie es bisher bei allen Wanderungen zuvor war – den gleichen Weg runterlatschen, sondern bekommt weitere, neue Eindrücke der wunderschönen Landschaft. Die Wege sind wirklich sehr abwechslungsreich und führen über kleine Pfade und kleine Steinformationen, sodass von Langeweile nie die Spur sein kann. Lediglich der erste bzw. letzte Teil zum Parkplatz ist ein Wirtschaftsweg.

Der Bynuten

Der Bynuten

Am Auto angekommen, trockneten wir erst einmal unsere Sachen und überlegten uns dann wo wir den letzten Abend und den morgigen Tag verbringen sollten. Wir entschieden uns dazu, den letzten Tag nach Stavanger zu fahren, um uns die Stadt anzuschauen. Sehr zu empfehlen! Praktisch, da uns von dort aus abends die Fähre nach Dänemark bringen sollte. Blieb nur noch die Frage nach dem Schlafplatz zu klären.

Ein kurzer Blick auf die Karte genügte und wir wussten ganz genau wo wir die letzte Nacht verbringen wollten: Am Strand mit Blick aufs Meer. Nur ein paar Kilometer südlich von Stavanger reihen sich mehrere Strände an der Westküste hintereinander auf. Wir mussten zwar ein bisschen suchen, um einen geeigneten Platz für unser Zelt zu finden, aber wurden nach nicht allzu langer Zeit fündig. Eine große Wiese, die direkt an den Strand grenzt, diente uns als Platz für unser Nachtlager. Und so verbrachten wir unsere letzte Nacht im Norwegen am Meer – ein krönender Abschluss.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es eine geniale Tour war, die wir jederzeit wieder machen würden und euch nur empfehlen können. Ich hoffe, dass ich euch ein paar Inspirationen mit auf den Weg geben konnte und ihr vielleicht auch eure nächste Trekkingtour nach Norwegen plant. Falls ihr das Ganze noch einmal etwas ausführlicher nachlesen wollt, dann schaut auf unserem Blog https://www.trekkinglife.de vorbei.

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Andrea, dass ich diesen Gastartikel verfassen durfte.

 

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